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Hausdurchsuchung wegen Falscher Verdächtigung?

Ein neuer, böser Trend schwappt über den großen Teich: Swatting.

Unter Swatting versteht man das Fingieren von Hinweisen und Anrufen bei den Behörden, um Personen einen unangenehmen Besuch durch die – beispielsweise – Polizei zu bescheren. Der Begriff stammt vom amerikanischen Begriff des „S.W.A.T.“ ab, diese Spezialeinheiten der Polizei werden mit falschen Anrufen auf vermeintliche Attentäter und Amokläufer hingewiesen, mit teils bedrohlichen Auswirkungen auf die Opfer dieser Swatting-Attacken.

In den letzten Monaten häufen sich die Vorfälle in unserer Kanzlei, bei denen als vermeintlicher Racheakt oder „kleiner Denkzettel“ der Polizei ein Hinweis auf beispielsweise illegalen Waffenbesitz gegeben wird, dem die Behörden selbstverständlich nachgehen müssen – inklusive Hausdurchsuchung. Dass sich das ganze als dummer Scherz und Racheakt herausstellt, hilft den Betroffenen dann meist recht wenig. Rufschädigung und andere Konsequenzen sind dann die Folge dieses Swattings.

Doch diese Anrufe und Hinweise an die Polizei können schnell ein Bumerang werden. Denn der § 164 StGB spricht da klare Worte:

§ 164 - Falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer in gleicher Absicht bei einer der in Absatz 1 bezeichneten Stellen oder öffentlich über einen anderen wider besseres Wissen eine sonstige Behauptung tatsächlicher Art aufstellt, die geeignet ist, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen.

Die Folge sind nicht nur strafrechtlicher Natur, der Anzeiger macht sich auch schadensersatzpflichtig gegenüber dem zu unrecht Beschuldigten. Die Kosten dafür können immens werden. Der Hinweisgeber dieser „Swatting-Attacke“ ist schnell auszumachen. Über die Telefonnummer oder Akteneinsicht sind die Urheber des „Swatts“ festzustellen und entsprechend zu belangen.

Sollten Sie Opfer eines „Swattings“ werden, können wir Ihnen nur raten: Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren!

Selbstverständlich ist es nicht schön, wenn die Polizei – wohlmöglich mit vorgehaltener Waffe – die Wohnung aufgrund eines ihnen völlig unbekannten Umstandes durchsuchen will. Eine energische Weigerung ist zwar ihr gutes Recht, jedoch in den meisten Fällen aussichtslos, da – wie im Falle des illegalen Waffenbesitzes mit wohlmöglicher Androhung des Gebrauchs – die Polizeibeamten mit einem erheblichem psychischen Druck in diese vermeintlich gefährliche Situation eintreten. Dieser Druck gilt zum einen der Ungewissheit, ob diese Waffe zum Einsatz kommt (Selbstschutz), zum anderen kann der Hinweisgeber sonstwelche Märchen (Androhung einer Gewalttat, eines Amoklaufes, o. ä.) vorgetäuscht haben, bei denen die Polizeibeamten erhöhten Handlungsbedarf aufgrund einer akuten Gefährdung für unbeteiligte Personen sehen.

Auch wenn Sie sich zu unrecht verdächtigt fühlen: Kooperieren sie mit den Beamten und schildern sie ruhig und sachlich ihre Bedenken, dass es sich wohlmöglich um ein Swatting handeln könnte, sie aber gerne bereit sind, an der Aufklärung aktiv mitzuarbeiten.

Die Scham und die Unannehmlichkeiten, eine Abordnung der Ordnungsbehörden in der eigenen Wohnung zu haben, lässt sich für diesen gemeinen Fall eines Swattings leider nicht verhindern. Wohl aber, dass Sie aufgrund der besonderen Situation körperliche Gefahren durch die Polizeibeamten erleiden.

Wir helfen Ihnen im Falle eines Swatting gerne, gegen den Urheber dieser Verdächtigungsattacke vorzugehen. Wir können über die Akteneinsicht und ein klärendes Gespräch mit der Polizei die ersten Hinweise auf die vermeintlichen Urheber geben und die Grundlagen für eine Strafanzeige und Schadensersatzforderung legen.




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