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Getty Images wird von Fotografin auf 1 Millarde Dollar verklagt

Der Stock-Fotoanbieter Getty Images, der für seine aggressive Abmahnpolitik bekannt ist, wird nun seinerseits wegen nicht erlaubter Lizenzerhebung für Fotos einer Fotografin verklagt.

Im Fall der Fotografin Carol M. Highsmith hatte Getty diese aufgefordert, die Verwendung ihres eigenen, selbstgemachten Fotos auf ihrer Webseite zu unterlassen. Dies brachte den Stein ins Rollen, dass die Fotografin nun ihrerseits mit einer Klage gegen Getty Images zurückschießt, denn Getty hatte gar keine Rechte zur Erhebung für Lizenzkosten an diesem Bild.

Offenbar weil die Fotografin dieses Foto zusammen mit einer großen Sammlung weiterer Bilder der Library of Congress unter einer Public Domain Lizenz vermacht hatte, gelangte das Bild im Wege dieser Lizenz auch irgendwie in die Hände von Getty Images. Diese Lizenz erlaubt zwar grundsätzlich die freie Verwendung, allerdings gerade nicht, dass Getty für die Weiterlizenzierung irgendwelche Lizenzkosten erheben dürfte. Erst recht verzichtete die Fotografin im Rahmen dieser Public Domain Lizenz gerade nicht auf ihr eigenes Nutzungsrecht als Urheberin des Bildes, was Getty ihr allerdings durch die Abmahnung gerade verbieten wollte.

Dies wirft ein äußerst fragwürdiges Licht auf die Rechtmäßigkeit der Geschäftspraktiken von Getty Images. Ob eine derartig hohe Summe für einen derartigen Verstoß tatsächlich gerechtfertigt ist, mag vielleicht zu bezweifeln sein, allerdings ist Getty Images auch dafür bekannt, in hohem Maße abmahnfreudig zu sein und dort wird man nicht zuletzt gutes Geld auch durch Abmahnungen von unrechtmäßigen Nutzungen verdienen. Dieser Fall könnte vielleicht aufzeigen, dass eventuell doch nicht jede Abmahnung von Getty Images ihre Berechtigung hat. So sollten in diesem Fall wohl auch andere Personen aufgrund einer Verwendung dieses Bildes abgemahnt worden sein. Allein all diese in diesen Abmahnungen behaupteten Lizenzkostenforderungen, die sich selten unterhalb vom 1.000,00 € pro Nutzung bewegen, dürften allesamt ungerechtfertigt sein. In Anbetracht möglicher weiterer bisher unbekannter Fälle, bei denen ebenfalls in großer Stückzahl völlig rechtsgrundlos Abmahnungen von Getty erfolgt sein könnten, erscheint daher die Forderung der Fotografin zumindest nicht gänzlich unplausibel und ist nicht nur als Entschädigung für diesen Einzelfall zu sehen, sondern soll hier offenbar Sanktionscharakter für unlauteres Geschäftsgebaren haben.

Getty dürfte auch ein Interesse haben, diesen Fall so schnell wie möglich wieder zu begraben und hat auch prompt angekündigt, sich hier mit der Klägerin einigen zu wollen.




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