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Händler haften für Amazon-Bilder im Marketplace

Amazon-Marketplace-Händler haften auch für die von Amazon zur Verfügung gestellten Bilder, die automatisch bei Marketplace-Angeboten eingefügt werden, wenn der Händler selbst kein Bild hochgeladen hat. Dies entschied das Landgericht Köln mit Urteil 14 O 355/14.

Der in diesem Fall abgemahnte Marketplace-Händler wurde vom Urheber des verwendeten Produktfotos in Anspruch genommen. Das Bild, das von einem Dritten auf Amazon hochgeladen wurde, hatte einen sichtbaren Copyright-Hinweis. Entgegen der AGB durfte daher auch Amazon dieses Bild nicht verwenden. Der Urheber des Bildes machte seine Ansprüche gegenüber dem Shop-Betreiber geltend, welcher keinen Einfluss auf die Verwendung dieses Bildes durch Amazon hatte. Die Argumentation des Händlers, dass er von dem durch Amazon angezeigten Bild nichts gewusst habe, greift nach Ansicht des Gerichts nicht. Das Gericht sieht den Händler in der Verantwortung, sein eigenes Angebot und die durch seinen Vertragspartner - in diesem Fall die Handelsplattform Amazon - zu kontrollieren und zu überprüfen, da

die Einblendung der Lichtbilder dem Beklagten zuzurechnen und der Beklagte Mittäter der öffentlichen Zugänglichmachung der Lichtbilder

ist.

Für Marketplace-Händler bedeutet dies also, dass sie 100-prozentige Sicherheit, wegen verwendeter urheberrechtlich geschützter Bilder nicht abgemahnt zu werden, nur dann erreichen können, wenn sie selbst ihre eigenen Produktbilder hochladen. Denn auf die von Amazon verwendeten Bilder haben sie selbst keinen Einfluss. Die technische Erleichterung für den Händler durch die automatisiert zur Verfügung gestellten Bilder entbindet diesen leider nicht von seiner Kontrollpflicht, zu überprüfen, dass die von Amazon erstellten Angebote - die rechtlich gesehen eigene Angebote des Händlers sind, nur eben durch einen Dritten für diesen erstellt wurden - keine Urheberrechte Dritter verletzt. Im Innenverhältnis dürften Marketplace-Händler gegenüber Amazon dann zwar einen Regressanspruch haben, diesen müssten sie aber im Falle eines Falles, wenn Amazon sich nicht kulant zeigt, im Anschluss an die Forderung des Urhebers in einem gesonderten Aktivprozess geltend machen.




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